Der Nonfood-Gesamtmarkt

Der Markt für Konsumgüter Food hat sich bezüglich der Absatzkanäle in den letzten zwei, drei Jahrzehnten nahezu nicht verändert. Die Marktteilnehmer sind weiterhin Edeka, Rewe, Aldi, Lidl und Co.
Der E-Commerce-Anteil im Bereich Food liegt bei ca. 2% des Gesamtumsatzes, wohingegen der Anteil des Onlinehandel im Bereich Nonfood in kürzester Zeit durch amazon und Co. auf mehr als 30% des Umsatzes angestiegen ist.
Mit weitreichenden Folgen:
• Deutliche Verschiebung der Absatzkanäle, z.B. sinkende Bedeutung des (markenbildenden) Fachhandels
• Beschleunigung der Digitalisierung von Prozessen (getrieben von den digital aufgestellten Onlinehändlern)
• Neue Herausforderungen im Pricing wegen der Transparenz im Onlinehandel
• Die Eintrittsbarrieren für asiatische Konkurrenten sind durch Online-Marktplätze deutlich gesunken (=> 40% (!) der Händler auf amazon.de sind asiatische Händler)
• neue logistische Herausforderungen (Drop-Shipment, Belieferung von Endverbrauchern u.ä.)
usw usf.

Alle diese Veränderungen hat der Onlinehandel verursacht oder zumindest beschleunigt.
Unter den Top10 aller B2C-Onlinehändler befindet sich mit Lidl lediglich ein LEH-Generalist, der allerdings Online fast ausschliesslich Nonfood-Aktionsartikel und keine Lebensmittel verkauft.
Somit ist der erste Onlinehändler, der überwiegend Food-Artikel verkauft rewe.de auf Platz 16 der Liste, ohne allerdings neue Anforderungen oder gar Herausforderungen an die Food-Lieferanten zu formulieren.
Im Gegensatz dazu haben die Nonfood-Onlinehändler wie amazon, Zalando u.ä. zum einen die Verbrauchergewohnheiten erheblich verändert und damit einen großen Einfluss auf die stationären Nonfood-Händler, zum anderen haben sich die Anforderungen an die Nonfood-Hersteller ebenfalls deutlich verändert. Insbesondere hat sich der Wettbewerbsdruck für europäische Nonfood-Hersteller erhöht, da asiatische Hersteller Ihre Produkte über die Online-Marktplätze kostengünstig und nahezu ohne Markteintrittsbarrieren anbieten können.

Transformation ist für Nonfood-Unternehmen notwendig

Es bedarf sowohl im Handel als auch auf der Hersteller-Seite erheblicher Anstrengungen sich in kürzester Zeit an diese veränderten Marktgegebenheit anzupassen. Das gilt selbstverständlich auch für den Bereich Food. Der Zwang zur Veränderung und Marktanpassung in der Nonfood-Branche ist aber allein durch den Markteintritt von amazon größer. Man stelle sich vor Edeka, Rewe und Co. hätten in Deutschland einen neuen, 60 Mrd. Euro großen Konkurrenten, der zudem das Konsumentenverhalten komplett verändert. Das ist bisher ausschliesslich im Bereich Nonfood passiert, da bspw. Amazon Fresh für weit weniger als 1% des Umsatzes im deutschen Lebensmittelhandel verantwortlich ist.
Transformation ist vor dem Hintergrund des sich verändernden (Nonfood)-Marktes zwingend notwendig, aber intern bislang funktionierende Prozesse zu verändern ruft in der Belegschaft aber auch bei Teilen der Führungskräfte der betroffenen Unternehmen in Handel und Industrie Widerstand hervor. Umso wichtiger ist es für die Unternehmen diejenigen Führungskräfte zu finden, die Veränderungsbereitschaft fördern.
Das kann über Aus- und Weiterbildung im eigenen Unternehmen erfolgen, aber die Zeit für eine jahrelange Ausbildung gönnen einem Marktteilnehmer wie amazon und Co. nicht. Also ist es unerlässlich ab und an Führungskräfte zu rekrutieren.

e-Recruiting erreicht nur 15% aller Arbeitnehmer

Die meistgesuchten Positionen sind diejenigen, die bei dem digitalen Wandel unverzichtbar sind, wie bspw. IT-Mitarbeiter. Mittlerweile werden zudem ca. 30% des Nonfood-Umsatzes im Onlinehandel generiert. Spezialisten in Marketing, Vertrieb, Logistik usw. um diesen Teil des Umsatzes zu managen sind rar.
Es hilft allerdings nicht Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu rekrutieren, die ihrerseits viele Monate oder Jahre benötigen, bis sie bei den anstehenden Transformationen einen Beitrag leisten können. Es ist sinnvoller diejenigen aktiv zu suchen, die bereits mit den Anforderungen vertraut sind, wie sie aktuell im Nonfood-Umfeld benötigt werden.
Bewerber und Bewerberinnen über klassische Bewerbungsportale zu finden, ist aber schwierig, denn nur ca. 15% aller Erwerbstätigen sind aktiv auf Jobsuche.
Das bedeutet über Stellenanzeigen (egal ob traditionell oder über e-Recruiting) werden 85% (!) der potenziellen Kandidaten nicht erreicht. Und insbesondere diejenigen nicht, die als ausgewiesene Experten vom aktuellen Arbeitgeber mit guten Rahmenbedingungen ans Unternehmen gebunden werden.
Grundsätzlich wechselbereit ist ein weiteres Viertel der Erwerbstätigen. Diese müssen aber aktiv angesprochen werden. Das können spezialisierte Personalberatungen wie wir leisten, die das Branchenumfeld und die damit verbundenen Herausforderungen kennen.

Anforderungen an Führungskräfte

Führungskräfte die Change-Management erfolgreich befördern sollen, müssen neben ihrer fachlichen Eignung …
• … proaktiv und flexibel sein
• … offen kommunizieren um Vertrauen zu schaffen
• … kritikfähig sein und den Mut haben eine aktiv gelebte Fehlerkultur zu implementieren
• … sie müssen digital versiert sein
• … visionär, kreativ und zukunftsorientiert denken
• … aber insbesondere müssen sie souverän und empathisch Teams für Veränderungen begeistern.
Der wichtigste Schlüssel mit dem wir als Personalberater solche Kandidaten und Kandidatinnen identifizieren, sind kompetenzbasierte Interviews, in denen wir Kandidaten und Kandidatinnen auf den Zahn fühlen, ob sie in der Vergangenheit derartige Prozesse bereits erfolgreich gemanagt haben und über die fachlichen und persönlichen Kompetenzen verfügen.
Bei C- und D-Level-Positionen nutzen wir zudem u.a. wissenschaftlich fundierte Testverfahren und Diagnostik-Tools, um festzustellen, ob die Bewerber für Führungspositionen zu der Unternehmenskultur unserer Mandanten passen, den Anforderungen gewachsen sind und auch die belastbare Motivation haben, Führungsaufgaben mit Erfolg auszuüben. Die Kultur-Evaluierung ist einer der Gründe, warum wir regelmäßig und erfolgreich anspruchsvolle Positionen besetzen und von der WirtschaftsWoche als Deutschlands beste Personalberatung erneut in 2023 ausgezeichnet wurden.

Gesamtunternehmerische Herausforderung

Aufgrund der notwendigen Anpassungen an die Marktgegebenheiten reichen i.d.R. keine 1 zu 1-Nachfolgebesetzungen auf aktuell bestehenden Positionen aus. Nonfood-Unternehmen müssen häufig grundsätzliche Veränderungen in der Organisation vornehmen, die nicht nur auf eine Position beschränkt sind. Weiterhin ist zu bedenken, dass überdurchschnittlich häufig Mitarbeiter scheitern, die auf Stabsstellen Veränderungen umsetzen sollen und als „einsame Rufer“ nach Veränderung zuerst nicht gehört werden und dann frustriert das Unternehmen verlassen. Zum Job eines Personalberaters gehört es auch unsere Kunden gesamtheitlich bzgl. der Organisationsentwicklung zu beraten, damit solche Situationen nicht entstehen bzw. rechtzeitig erkannt werden.
Es muss den Nonfood-Unternehmen gelingen den notwendigen Wandel im Unternehmen nicht an einzelne Personen zu delegieren, sondern als gesamtunternehmerische Herausforderung zu verstehen und das eigene Team gezielt mit Führungskräften, idealerweise aus der Branche, zu verstärken. Dabei rekrutieren wir Führungskräfte, die in der Lage sind, zukünftige Veränderungen rechtzeitig zu erkennen und daraufhin strategisch, konzeptionell und mutig eine Road-Map entwickeln, um in der Nonfood-Branche erfolgreich agieren zu können.