Mittlerweile richtet sich der Arbeitsmarkt nach ihnen: Die junge Generation Y, zwischen 1985 und 2000 geboren, hat viele Namen. Millennials, oder auch Digital Natives sind wesentliche Treiber für den Kulturwandel in Unternehmen und die Generation, die die Umkehrung des Kräfteverhältnisses auszeichnet. Ihre Ansprüche sind hoch und unterscheiden sich maßgeblich von denen der vorherigen Generationen. Der Anteil der berufstätigen Millennials im Jahr 2021 betrug laut Statista  35,3 % – in den nächsten Jahren wird sich dieser Anteil durch die in Rente gehenden Babyboomer rasch erhöhen.

Für Arbeitgeber ist die Gen Y eine wertvolle Arbeitskraft in Zeiten des disruptiven Wandels. Sie seien hochtalentiert, technikaffin, flexibel und gut ausgebildet, so heißt es. Dennoch eilt ihnen in Unternehmerkreisen auch ein recht negativer Ruf voraus: kritikunfähig, verweichlicht, narzisstisch. Das in den Medien dargestellte psychologische Profil der Millennials führte dazu, dass man ihnen den aus den USA stammenden Schmäh-Begriff 'Snowflake' verliehen hatte. Sie glauben, sie seien einzigartig wie eine Schneeflocke, doch schmelzen bei der kleinsten Kritik dahin. Keine besonders guten Führungspersönlichkeiten – oder doch?

Scharf kritisiert: der schlechte Ruf der Snowflakes

Ihre Kindheit war von Krisen geprägt, und doch fehlte es ihnen an nichts. Die hart arbeitenden Babyboomer wünschten ihren Kindern ein besseres Leben als sie es hatten. Die mangelhafte Erziehungskompetenz der Boomer und die prägenden Krisen (Terror-Anschläge, Finanz- und Wirtschaftskrisen, Atom-Katastrophen) führten dazu, dass Gen Y eine ständige Hinterfragung aller Umstände im Leben und ein hohes moralisches Bewusstsein entwickelte. Ypsiloner hätten ein niedriges Selbstwertgefühl, seien nicht stressresistent, ungeduldig, hätten keine sozialen Kompetenzen und ihre Smartphone-Fixierung raube ihnen nicht nur soziale Fähigkeiten, sondern auch jegliche Zukunftsperspektive, so das niederschmetternde Urteil des Unternehmensberaters Simon Sinek.

Und dann ist da auch noch das Problem der narzisstischen Persönlichkeitsanteile bei Snowflakes. Tatsächlich wurde in einer Studie des Harvard Business Manager mit knapp 10.000 Teilnehmern bestätigt, dass Narzissmus besonders unter den jüngeren Generationen weit verbreitet sei. Als Digital Native war es noch nie so einfach, in Sekundenschnelle eine Internetberühmtheit zu werden – oder auch nur auf Social Media ein paar hundert Likes zu sammeln. Vermutlich spielt der Rückgang der Geschwisteranteile in dieser Generation auch eine entscheidende Rolle, wenn es um das Empfinden der Einzigartigkeit und die Selbstzentriertheit geht, die ihnen nachgesagt wird. In den letzten 120 Jahren habe sich die Geburtenrate in Deutschland von 4,2 Kindern pro Frau auf den Stand von 2021 mit 1,58 Kindern pro Frau reduziert. Den niedrigsten Stand erreichte die Geburtenrate dem Statistischem Bundesamt zufolge im Geburtszeitraum der Snowflakes. Mit unter anderem dieser Feststellung ließe sich auch die nachgesagte Unfähigkeit erklären, die diese Generation in Bezug auf Verantwortung zeigt – das Bedürfnis, eine Führungsposition anzustreben, sei deutlich niedriger im Vergleich zu den älteren Generationen. Zudem wird Snowflakes eine äußerst mangelhafte Entscheidungsfähigkeit nachgesagt, die vermutlich dadurch zustande kam, dass der Überfluss an Möglichkeiten und das übertriebene Abwägen jeglicher Optionen aus Angst vor bindenden Konsequenzen und Fehlentscheidungen überwiegt.

Wertvolle Arbeitskräfte und neue Generation von Chefs

Allem Hörensagen zum Trotz: Millennials sind eine der begehrtesten Generationen auf dem derzeitigen Arbeitsmarkt und bringen im Kontrast zu ihren Vorgängern Qualität mit, die nicht nur den Markt, sondern auch den Führungsbegriff neu erfinden. Angetrieben durch Leidenschaft verfolgen sie ihre beruflichen Ziele auf Basis klar definierter Werte. Sie haben ein ernsthaftes Bedürfnis, die Gesellschaft und die Welt zu einem besseren Ort zu transformieren, und erwarten dies auch von ihren Arbeitgebern, so eine Studie von Deloitte. Als Generation der Globalisierung sind sie durch ihre Reiselust weltoffen, tolerant und besitzen ausgesprochen hohe kulturelle Kompetenzen. Ihr durchaus stark ausgeprägter Gesellschaftssinn führt dazu, dass sie als optimale Teamplayer pulsierende Synergieeffekte erzeugen können. Während ihre Anpassungsfähigkeit dem VUKA-Universum ebenbürtig begegnet, ist ihr Innovationsgeist und ihre Kreativität aufregender Treiber, um den schwierigen Marktbedingungen standzuhalten. Gerade wegen dieser Qualitäten können Führungsmodelle wie Shared Leadership oder New Leadership sie dazu inspirieren, Großartiges zu vollbringen und ihre Vorstellung von Werten, Gleichheit und einer Vision von einer besseren Welt an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben – mehr als Vorbilder und weniger als Chefs.

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