Vor der COVID-19-Zeit war die Arbeitswelt klassisch strukturiert, Führungskräfte agierten hierarchisch, oft nach starren Strukturen. Mit Corona kam ein Cut, der die Einstellung von Mitarbeitenden und Führungskräfte nochmals gravierend verändert hat. Vorgesetzte und Teams hatten sich nicht mehr physisch „griffbereit“, sämtliche Steuerung und Unterstützung erfolgte virtuell und remote. Der traditionelle 9-5-Ansatz wich somit einer neuen Flexibilität, die dennoch hohe Produktivität mit sich brachte. „Wenn Menschen an richtiger Stelle sind, sind sie heute bereit, quasi zu jeder Zeit zu arbeiten, wünschen sich im Gegenzug aber auch zu fast jeder Zeit Freiheit für ihre individuellen Bedürfnisse. Hierarchisches Denken und Geld verdienen ohne Rücksicht auf Verluste wird in zehn Jahren definitiv Vergangenheit sein“, so die Einschätzung von Marcus Christopher Schulz.

Einfach machen lassen?

Mit der liberaleren Arbeitsumgebung wird sich auch die Team-Struktur verändern. Zukünftig werden vermehrt kleine schlagkräftige Teams, die relativ hierarchiefrei produktiv miteinander arbeiten, die Unternehmensorganisation prägen. Viele Führungslayer und Zwischenebenen werden entfallen. Mitarbeitende übernehmen immer mehr Selbstverantwortung, leben die Veränderung im Unternehmen und stellen weiter stetig die Sinnfrage in ihrem Tun. Diese kleinen Power-Teams aus hoch motivierten Mitarbeitenden gilt es bereits jetzt proaktiv zu fördern. Führungskräfte agieren dabei als unterstützende Coaches und Mentoren, die in flachen Hierarchien Mitarbeitende bestärken und aufbauen. Künstliche Intelligenz könnte zudem im Bereich der Integration von Dienstleistungen und Abläufen vermehrt Standardaufgaben übernehmen. Die Tasks der Teams und Führungskräfte würden damit eine gravierende Veränderung erleben, gleichzeitig könnten sich große Chancen für die Arbeitswelt eröffnen.

Statussymbol Sinn

Mit diesen Entwicklungen ändern sich auch grundlegend die Fähigkeiten und Skills, die Führungskräfte besonders brauchen. Zunächst müssen Vorgesetzte sowie auch Unternehmen erkennen und leben, dass Mitarbeitende Erfolgs- und kein Kostenfaktor sind. War früher die schiere Power, das Business auf die Straße zu bringen und volles Engagement Richtung Wettbewerb und stetiger Höchstleistung Gebot der Stunde, so zählen heute und in Zukunft andere Dinge. „Sinnhaftigkeit, das gute Gefühl, etwas Sinnstiftendes zu tun und flexible Zeitgestaltung sind die „Statussymbole“ der Zukunft – sowohl für Führungskräfte als auch für Mitarbeitende. Enge Führung funktioniert nicht mehr, Vertrauen und Freiheit in extrem flachen Hierarchien machen Unternehmen zu attraktiven Arbeitgebenden“, sagt Marcus Christopher Schulz. Für Führungskräfte bedeutet dies, dass Empathie gegenüber Internen sowie Externen, Offenheit und Kollaboration sowie ein intaktes Werteverständnis über Erfolg oder Misserfolg entscheiden werden. Sie sollten unbedingt offen dafür sein, eine kollaborative, produktive Umgebung für Mitarbeitende zu schaffen. Dazu braucht es lebenslanges Lernen, stetige Weiterbildung, immer stärkere Vernetzung sowie das strategische infrage stellen von Prozessen. „Es ist daher essenziell für Unternehmen, nachhaltig in ihre HR-Abteilungen zu investieren und sich gegebenenfalls externe Unterstützung durch Executive Search zu suchen, um diesen umfassenden Wandel mit seinen neuen Wegen und zahlreichen Möglichkeiten begleiten zu können“, fasst Marcus Christopher Schulz abschließend zusammen.